Behandlung: Strahlentherapie-Nebenwirkungen

Nebenwirkungen der Strahlentherapie

Nebenwirkungen können bei einer Strahlentherapie nicht ausgeeschlossen werden. Es ist zu erwarten, dass eine Therapie, die das Wachstum der Dupuytrenknoten aufhält oder verlangsamt, auch auf das benachbarte, mitbestrahlte Gewebe wirkt.

Kurzfristige Nebenwirkungen

Eine typische Nebenwirkung ist, dass der bestrahlte Hautbereich trockener wird und auch langfristig so bleibt (Häufigkeit: ca. 25 %). Das hat, soweit wir wissen, keine weiteren Nachteile und ist nicht schmerzhaft. Kurzzeitig treten öfter auch Hautrötungen auf. In einem Fall berichtete ein Patient von verstärkter Warzenbildung im bestrahlten Hautbereich. Es gibt auch Fälle von Strahlenallergie.

Im allgemeinen ist es nicht sinnvoll die ganze Hand zu bestrahlen, sondern nur den Dupuytren-Knoten und seine Umgebung, und den gesunden Rest der Hand während der Bestrahlung mit Röntgenstrahlen durch eine Bleimaske abzudecken (das Foto auf unserer Seite mit der Krankheitsbeschreibung zeigt unter „Frühe Anzeichen der Dupuytren-Krankheit“ zwei kleine Dupuytrenknoten und den darum liegenden, zum Bestrahlen markierten Bereich). Sicherheitshalber sollte während der Bestrahlung mit Röntgenstrahlen auch der restliche Körper abgeschirmt sein (z. B. durch eine Bleischürze).

Längerfristige Nebenwirkungen

Bei einigen Patienten wurde längerfristig eine Fibrosenbildung beobachtet. Es ist schwer zu unterscheiden, ob diese auf den Dupuytren zurückzuführen ist oder auf die Bestrahlung. Uns sind dazu keine Zahlen bzw. Wahrscheinlichkeiten bekannt

Bei Bestrahlung mit Röntgenstrahlen in hoher Dosierung gibt es immer Bedenken wegen der Krebsgefahr. Das Risiko hängt dabei vom Alter ab (bei hohem Alter geringer), von den bestrahlten Körperteilen und von der Art der Strahlen. Für die Strahlentherapie des Morbus Dupuytren (an der Handinnenfläche) und des Morbus Ledderhose (an der Fußsohle) haben wir Aussagen, dass das Krebsrisiko nahezu vernachlässigbar ist, und uns ist bisher weltweit nur einziger Fall bekannt, bei dem in dem bestrahlten Bereich ein bösartiger Tumor auftrat (dort erfolgte die Bestrahlung in jungen Jahren und nicht wegen Morbus Dupuytren). Wir haben selbst – in Zusammenarbeit mit Fachärzten der Strahlentherapie – versucht dieses Risiko quantitativ zu erfassen und veröffentlichen hier unsere Ergebnisse (Krebsrisiko_Dupuytren_Strahlentherapie). Danach ist das zusätzlich induzierte Krebsrisiko im Vergleich mit dem natürlichen Krebsrisiko sehr klein. Wir verweisen auch auf eine Veröffentlichung von McKeown et al. full_text, die zu dem Schluss kommt, dass das Krebsrisiko bei den für Dupuytren verwendeten Dosen bei älteren Patienten niedrig ist, bei jungen Patienten aber eine Abwägung von Nutzen/Risiko erfolgen muss. – Letztlich müssen die Patienten in Konsultation mit ihrem Arzt selbst entscheiden, ob sie das Risiko tragen können und wollen.

Hinweis:
Sicherheitshalber weisen wir darauf hin, dass die Bestrahlung eines Knotens nicht verhindern kann, dass an anderer Stelle später ein weiterer Knoten entsteht. Die Dupuytrensche Krankheit wird durch die Bestrahlung nicht geheilt, sondern nur im bestrahlten Bereich aufgehalten oder verlangsamt. Aus Gründen des Strahlenschutzes ist eine prophylaktische (vorbeugende) Bestrahlung nicht sinnvoll, sondern abzulehnen.

Nachbehandlung

Eine Nachbehandlung ist normalerweise nicht notwendig. Jedoch hat sich Eincremen der bestrahlten Hautpartien mit einer rückfettenden Salbe bewährt um einer Austrocknung vorzubeugen. Sollten jedoch nach der Strahlentherapien andere Beschwerden auftreten, sollten Sie auf alle Fälle Ihren Arzt konsultieren.

Aktualisiert am 14.03.2022