Mögliche Nebenwirkungen der Nadelfasziotomie

Mit der Nadelfasziotomie (Fibrosenperforation) ist die Krankheit nicht behoben und ein erneutes Wachsen des Stränge ist leider zu erwarten. Zwar gibt es noch wenige Daten über Langzeitwirkung, aber es wird vermutet, dass die Kontraktur nach der Fibrosenperforation häufiger oder schneller wieder auftritt als nach einer Operation. Da insgesamt nur wenige Daten zur Verfügung stehen, geben wir hier Daten wieder, die von Dr. Badois im Jahr 1995 veröffentlicht wurden:

Behandelt wurden : 799 Patienten, 992 Hände in 1557 Sitzungen mit 3.736 Aponevrotomien.

Unerwünschte Nebenwirkungen :

Brüche der Haut ..................... : 75
Geringe Nervenverletzungen ..... : 29
Chronische Schmerzen  ........... : 12
Kleine Infektionen ................... :  7
Bewußtlosigkeit ...................... :  6
Entzündungen ........................ :  4
Hämatome ............................. :  3
Sehnenverletzungen ................ :  2

Der Prozentsatz an Nervenverletzungen beträgt also z. B. 0,8% (bezogen auf die Zahl der Aponevrotomien) und ist damit nur etwa halb so groß wie bei klassischen Dupuytren-Operationen, wo er ca. 1,5% beträgt. Die Gesamtzahl der unerwünschten Nebeneffekte beträgt bei NA ca. 4%, verglichen mit 15 - 20% bei Handoperationen (vgl. z. B. Sibbit WL Jr, Sibbit RR, Fibrosing syndromes: Dupuytren's contracture, diabetic stiff hand syndrome, plantar fasciitis, and retroperitoneal fibrosis, in WJ Koopman, ed., Arthritis and Allied Conditions, 14th ed., vol. 2 (Philadelphia 2001) p 2054–2066). Wir möchten aber darauf hinweisen, das dieser Vergleich mit Vorsicht zu beurteilen ist, weil in der Literatur kritisiert wurde, dass die Patientengruppen der beiden Untersuchungen nur eingeschränkt vergleichbar sind.

 

Hinweise zur Nachbehandlung

Die Nachsorge nach einer PNF ist einfach. Die Wunde wird mit einem Pflaster oder Verband steril gehalten bis sie verheilt ist. Ansonsten ist die Hand schon nach kurzer Zeit, i.a. nach einigen Tagen, wieder voll einsetzbar. Nur das Tragen schwerer Lasten oder andere starke mechanische Beanspruchung sollte - wie bei jeder Wunde - so lange vermieden werden bis die Wunde abgeheilt ist.

Um das Wiederkehren der Kontraktur (Rezidiv) möglichst zu vermeiden oder hinauszuzögern, sollte nach einer Nadelfasziotomie regelmäßig und über mehrere Monate der behandelte Finger in der Nacht in gestreckter Position geschient werden. Über die Dauer des Tragens der Nachtschiene und über die Art der Schienung berät Sie ihr Arzt. Eine preisgünstige und bequeme Nachtschiene, die speziell für die Dupuytrensche Kontraktur entwickelt wurde, ist der FixxGlove, der auch über das Internet bezogen werden kann Bezug_FixxGlove . Andere Schienen sind für die Prävention genauso geeignet, vielleicht aber weniger komfortabel.

Im folgenden ein Beispiel einer speziell aus Thermoplastik angefertigten Nachtschiene, die bequem aufzusetzen und zu tragen ist:

 

Einfache Nachtschiene aus Thermoplastik für Dupuytren-Kontraktur Nachtschiene für das Mittelgelenk des kleinen Fingers bei Morbus Dupuytren

Einfache und bequeme Nachtschiene für das Mittelgelenk des kleinen Fingers. Sie ist aus Thermoplastik und speziell an den Finger angepasst.

(hergestellt von der Ergotherapie, Orthopädische Klinik, München-Harlaching)

 

Rezidivwahrscheinlichkeit nach einer PNF

Die PNF wirkt nicht unbegrenzt lange. Nach einer individuell verschiedenen Zeitspanne krümmt sich der Finger wieder, der Arzt spricht dann von einem Rezidiv. Bisher liegen nur wenige Daten zum Rezidivverhalten nach einer PNF vor. Idealerweise würde man die Wahrscheinlichkeitsverteilung für ein Rezidiv in Abhängigkeit von der Zeit bestimmen. Da das sehr aufwendig ist, werden i. a. Patienten nach einer bestimmten Zeit begutachtet und die Rezidivhäufigkeit bestimmt. Ein Bespiel dafür ist die Studie von AL van Rijssen, H ter Linden, and PM Werker "Three-Year Results of First-Ever Randomized Clinical Trial on Treatment in Dupuytren’s Disease: Percutaneous Needle Fasciotomy Versus Limited Fasciectomy" (in Ch. Eaton et al. (Eds.) "Dupuytren's Disease and related Hyperproliferated Disorders", Springer, Heidelberg 2012, pp 281-292). 33 Monate nach der PNF hatten 65 % der Patienten wieder einen gekrümmten Finger (Krümmung mehr als 30 Grad). Die Autoren untersuchten allerdings nicht den Einfluss einer Nachtschiene, die das Rezidiv möglicherweise hätte hinauszögern können. Jedoch zeigen die Daten dieser Studie eine klare Abhängigkeit der Rezidivwahrscheinlichkeit vom Alter: je älter der Patient ist, desto weniger wahrscheinlich ist es, dass die Krankheit wieder kommt.

Rezidivwahrscheinlichkeit nach einer PNF in Abhängigkeit vom Alter.

Rezidivrate von Patienten drei Jahre nach einer PNF. Die Daten enthalten einen kleinen Anteil von Patienten nach eine klassischen OP, die aber den gleichen Trend haben. Aus: Ch. Eaton et al. (Hgs.) "Dupuytren's Disease and related Hyperproliferative Disorders", Springer, Heidelberg 2012). Wiedergabe mit Genehmigung des Verlages.


 

 

Diese Seite wurde zuletzt überarbeitet am 26.12.2016