Die Dupuytrensche Krankheit (Dupuytrensche Kontraktur, Morbus Dupuytren)
Der Morbus Dupuytren (MD, Dupuytrensche Kontraktur, manchmal auch Dupuytren'sche Kontraktur geschrieben) ist eine gutartige Erkrankung des Bindegewebes der Handinnenfläche. Dabei bildet sich - meist im beweglichen, weichen Bereich in der Nähe der Fingergrundgelenke - ein gutartiger Tumor, der im Lauf der Zeit die Streckung der befallenen Finger behindert. Liegt der Tumor in Bereichen der Hand, die beim Gebrauch wenig bewegt werden - zum Beispiel im Hohlhandzentrum über der sog. Palmaraponeurose - ist er weniger kritisch und führt i. a. nicht zur Fingerbeugung.
Seit dem Jahr 1831, in dem Baron G. Dupuytren (1777-1835) die nach ihm benannte Erkrankung in Paris vorstellte, sind fast 180 Jahre vergangen, die auslösende Ursache konnte jedoch bis heute nicht gefunden werden. Die Krankheit ist bisher nicht grundsätzlich heilbar. Eine Behandlung zielt deshalb auf ein Aufhalten des Krankheitsfortschritts oder auf eine Verbesserung der Handbenutzung. Da die Krankheit gutartig ist, stellt sie keine Lebensgefahr dar, sondern eine Einschränkung der - wichtigen - Handfunktion.
Der Morbus Dupuytren zählt zum Kreis der Fibromatosen: Charakteristisch für die Erkrankung ist das Auftreten von Knoten und Strängen an der Innenfläche der Hand Krankheitsbilder. Meist sind der vierte und fünfte Fingerstrahl betroffen. Ein schubweiser, über mehrere Jahre dauernder Krankheitsverlauf ist typisch. Zugkräfte können an den Bindegewebsfasern der Stränge schließlich zu Beugekontrakturen (Einziehungen mit Versteifung, Streckdefizit) der Fingergrund- und Mittelgelenke führen. In diesem Stadium spricht man dann von der Dupuytrenschen Kontraktur oder Kontraktion. Weil dies ein bereits beträchtlich fortgeschrittenes Stadium ist, wird auch von der Dupuytrenschen Krankheit gesprochen, die frühere Stadien mit einschließt.
Der Morbus Dupuytren tritt meist im mittleren Lebensalter auf, bei Männern im Durchschnitt deutlich früher als bei Frauen. Man schätzt, dass ca. 20 % der 30 - 50-Jährigen (und hier Männer zwei- bis achtmal häufiger als Frauen) und 40 % der 80-Jährigen in der Bevölkerung (in diesem Alter Männer und Frauen dann etwa gleich häufig) betroffen sind. Die Ursache des Morbus Dupuytren ist vermutlich eine erbliche Veranlagung, kombiniert mit einem Auslöser, zum Beispiel Verletzungen. Forschungsarbeiten sind im Gange um die Genom-Grundlagen der Krankheit besser zu verstehen (Dupuytren-Symposiumn und GWAS = genome wide association study).
In Deutschland schätzt man die Gesamtzahl der Dupuytren-Patienten auf 1,3 - 1,9 Millionen. Die Krankheit ist weltweit verbreitet, jedoch unterschiedlich häufig (siehe geographische Verbreitung).
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Altersabhängigkeit und genetische Veranlagung der Dupuytren'schen Kontraktur
Krankheitsverlauf, Stadien und Therapien
Verletzung als Auslöser der Dupuytren'schen Kontraktur
Literatur zur Dupuytren'schen Kontraktur
Seite zuletzt überarbeitet: 02.12.2011




