Der Morbus Dupuytren (Dupuytrensche Kontraktur)

Der Morbus Dupuytren (MD, Dupuytrensche Kontraktur, manchmal auch Dupuytren'sche Kontraktur geschrieben) ist eine gutartige Erkrankung des Bindegewebes der Handinnenfläche. Dabei bildet sich - meist im beweglichen Bereich unterhalb der Fingergrundgelenke - ein gutartiger Tumor, der im Lauf der Zeit die Streckung der befallenen Finger behindert. Liegt der Tumor in Bereichen, die beim Handgebrauch wenig bewegt werden - zum Beispiel in der sog. Palmar-Aponeurose - ist er weniger kritisch und führt i. a. nicht zur Fingerbeugung.

Seit dem Jahr 1832, in dem Baron G. Dupuytren (1777-1835) die nach ihm benannte Erkrankung in Paris vorstellte, sind über 170 Jahre vergangen, die auslösende Ursache konnte jedoch bis heute nicht gefunden werden. Der Morbus Dupuytren zählt zum Kreis der Fibromatosen: Charakteristisch für die Erkrankung ist das Auftreten von Knoten und Strängen an der Innenfläche der Hand Krankheitsbilder. Meist sind der vierte und fünfte Fingerstrahl betroffen. Ein schubweiser, über mehrere Jahre dauernder Krankheitsverlauf ist typisch. Zugkräfte können an den Bindegewebsfasern der Stränge schließlich zu Beugekontrakturen (Einziehungen mit Versteifung) der Fingergrund- und Mittelgelenke führen. In diesem Stadium spricht man dann von der Dupuytrenschen Kontraktur oder Kontraktion. Weil dies ein bereits beträchtlich fortgeschrittenes Stadium ist, wird auch von der Dupuytrenschen Krankheit gesprochen, die frühere Stadien mit einschließt.

Der Morbus Dupuytren tritt meist im mittleren Lebensalter auf, bei Männern im Durchschnitt deutlich früher als bei Frauen. Man schätzt, dass ca. 20 % der 30 - 50-Jährigen (und hier Männer zwei- bis achtmal häufiger als Frauen) und 40 % der 80-Jährigen in der Bevölkerung (in diesem Alter Männer und Frauen dann etwa gleich häufig) betroffen sind. Die Ursache des Morbus Dupuytren ist vermutlich eine erbliche Veranlagung, kombiniert mit einem Auslöser, zum Beispiel Verletzungen. Vor kurzem wurde berichtet, dass das für den Morbus Dupuytren verantwortliche Gen zwar noch nicht eindeutig bestimmt, aber im Genom lokalisiert sei (der Artikel ist in Englisch: dupuytren_genom).

In Deutschland schätzt man die Gesamtzahl der MD-Patienten auf 1,3 - 1,9 Millionen. Die Krankheit ist weltweit verbreitet, jedoch unterschiedlich stark (siehe geographische Verbreitung).

 

Zu den weiteren Seiten:

Altersabhängigkeit und genetische Veranlagung der Dupuytren'schen Kontraktur

Krankheitsverlauf, Stadien und Therapien

Verletzung als Auslöser der Dupuytren'schen Kontraktur

Literatur zur Dupuytren'schen Kontraktur

 

Seite zuletzt überarbeitet: 19.03.2010