Behandlungsmöglichkeiten für die Ledderhose-Krankheit (Morbus Ledderhose)

Der erste und wichtigste Schritt ist die richtige Diagnose der Krankheit, die nur ein Arzt durchführen kann. Nicht jeder Knoten in der Fußsohle ist ein Ledderhose-Knoten (siehe z. B. Galois L., Mainard D., and Delagoutte J.P. "Villonodular tumor mimicking a Ledderhose's disease" Foot and Ankle Surgery, 9 (2003) p 57-59) und andere Krankheiten brauchen andere Therapien.

Nachdem die Ledderhose-Krankheit vermutlich die gleichen oder ähnliche Ursachen hat wie die Dupuytren-Krankheit, stehen im Prinzip die gleichen Therapien zur Verfügung. Jedoch werden die Füße im täglichen Leben erheblich mehr belastet und das Benutzen einer gerade operierten Hand lässt sich einfacher vermeiden als eines operierten Fußes.

Da die Kontraktur der Zehen nicht das Hauptproblem, sondern eher selten ist, sind Therapien, die die Kontraktur beheben, i.a. nicht so wichtig. Die Therapie der Ledderhose-Krankheit zielt meist darauf ab die Größe der Knoten zu verringern, Entzündungen zu hemmen, Schmerzen zu reduzieren und die Gehfähigkeit zu erhalten. Therapien des Morbus Ledderhose und des Morbus Dupuytren sind wahrscheinlich so verwandt wie Fuß und Hand: zwar ähnlich, aber nicht gleich.

Bei der Ledderhose-Krankheit werden zum Erhalt der Gehfähigkeit häufiger konservative Methoden angewandt. Im Anfangsstadium können zum Beispiel Weichbettungseinlagen oder anpassungsfähige, plastische Einlagen helfen die Schmerzen beim Gehen zu verringern. Gelegentlich werden auch Aussparungen in die inneren Sohlen geschnitten um den Druck auf die Knoten zu verringern.

Ansonsten sind uns folgende Behandlungsarten bekannt:

  • Röntgenbestrahlung (Strahlentherapie). - Sie kann den Fortschritt der Krankheit verlangsamen, die Knoten weicher machen und vermutlich - wie beim Morbus Dupuytren - kleine Knoten im Anfangsstadium ganz auflösen. Die Röntgentherapie wird auch dann eingesetzt, wenn z. B. wegen der Vernarbung durch vorgehende Operationen eine weitere Operation nicht mehr möglich ist (Rezidive).
  • Injektionen - Steroid-Injektionen können die Knoten verkleinern und die Schmerzen verringern. Verwendet wird i.a. Triamcinolon, ein Corticosteroid. Die Behandlung muss nach typischerweise alle 1 - 3 Jahre wiederholt werden und kann auf Dauer zu Nebenwirkungen führen.
  • Cryotherapie. - In einem englischen Beitrag zum Buch "Dupuytren#s Disease and related Hyperproliferative Disorders" wird die sogenannte Cryotherapie für Morbus Ledderhose beschrieben, zusammen mit anderen Methoden (cryotherapy). Bei der Cryotherapiewird der Knoten und das umliegende Gewebe schnell tiefgefroren. So sterben Nervenenden ab, die Schmerzen werden geringer und in dem vorgestellten Fall wurde auch der Knoten kleiner. Es sind noch keine Langzeituntersuchungen bekannt, außerdem wird diese Methode bisher nur in den USA eingesetzt.
  • Stoßwellentherapie. - In einzelnen Fällen wurde berichtet, dass mit Hilfe der Stoßwellentherapie die Knoten erweicht wurden und die Beschwerden verringert werden konnten Knobloch_DGH_2012. Andere Patienten beschreiben die Stoßwellentherapie als schmerzhaft und weitgehend wirkungslos.
  • Operation (OP). - Die Operation ist derzeit die einzige uns bekannte Methode, die große Knoten (bis zu einigen cm) vollständig entfernen kann. Die Nebenwirkungen sind aber nicht unbeträchtlich. Zusätzlich zu den verschiedenen Nebenwirkungen, die auch bei der Handoperation des Morbus Dupuytren auftreten können, werden Füße im täglichen Leben stärker belastet.

    Es gibt bei der Operation zwei unterschiedliche Vorgehensweisen:

    1. Es werden nur die Knoten entfernt. Dies ist eine eher kleinere Operation mit geringeren Nebenwirkungen. Es wird allerdings beschrieben dass es in ca. 60% der Fälle zu Rückfällen kommt, manchmal schon nach einigen Monaten. Bei einem Rückfall kann die Krankheit noch aggressiver auftreten.

    2. Es wird die Plantarfaszie komplett entfernt. Die Zahl der Rückfälle ist dann deutlich niedriger. Der Erholungszeitraum beträgt bis zu mehrere Monate. Da die Plantarfaszie nicht mehr vorhanden ist, kann sie auch ihre Funktionen nicht mehr übernehmen. Die Fußsohle wird empfindlicher und es kann zu einem Plattfuß kommen, deshalb sollten Einlagen getragen werden. Man muss leider davon ausgehen längere Zeit mit Krücken zu gehen und nicht Auto fahren zu können.

  • Massage - Einige Patienten, die ihre Ledderhoseknoten intensiv über Monate massiert haben, berichten, dass sich die Knoten teilweise oder ganz zurückgebildet haben. Es ist noch unklar, ob dies für alle Patienten und alle Ledderhoseknoten möglich ist oder ob die Ergebnisse nur bei günstigen bedingungen, z. B. neuen Knoten erreicht werden können.
  • NAC. - Als Medikament zum Lösen von Schleim in Lungen schon lang bekannt, ist die Anwendung bei Ledderhose erst in Einzelfällen erprobt. Es gibt keine Statistiken über die Wirksamkeit, aber erste Ergebnisse scheinen erfolgversprechend. Insgesamt experimentell, keine etablierte Therapie.
  • Lasertherapie. - Gelegentlich berichten Patienten, dass die Behandlung mit niederenergetischem Laser die Knoten verkleinert und die Schmerzen verringert hat. Diese Therapie ist wenig verbreitet, nicht dokumentiert und experimentell.
  • Nadelfasziotomie (PNF). - Damit kann im fortgeschritteneren Stadium eine Streckung der Sehnen wieder erreicht werden. Da die Knoten selbst dabei nicht entfernt werden, können sie jedoch - insbesondere wenn sie größer sind - beim Gehen weiterhin stören. Die Nadelfsaziotomie wird deshalb beim Morbus Ledderhose i.a. nicht eingesetzt.

 

Grade der Ledderhose-Krankheit

Anders als bei der Dupuytren'schen Kontraktur ist bei der Ledderhose-Krankheit die Kontraktur (in diesem Fall der Zehen) normalerweise kein großes Problem. Deshalb ist die Streckhemmung kein geeignetes Maß zur Beurteilung der Ledderhose-Krankheit. Für die Einteilung in unterschiedliche Grade werden deshalb andere, ebenfalls sichtbare Merkmale verwendet. Diese Grade entsprechend nicht immer der Krankheitsentwicklung, sondern sind eher zur Beurteilung des chirurgischen Eingriffs gedacht und eher für den Mediziner interessant. Die unten stehende Klassifizierung stammt von G. J. Sammarco and P. G. Mangone "Classification and treatment of plantar fibromatosis" Foot Ankle Int. 21 (2000) p. 563-569.

Grad 1: FOKALE (isolierte) Erkrankung beschränkt auf eine kleine Fläche der Fußfaszie. KEINE Haftung an der Haut, KEIN tiefes Eindringen in den Muskelbereich.

Grad 2: MULTIFOKALE Erkrankung, mit oder ohne Ausbreitung (distal oder proximal). KEINE Haftung an der Haut, KEIN tiefes Eindringen in den Muskelbereich.

Grad 3: MULTIFOKALE Erkrankung, mit oder ohne Ausbreitung. ENTWEDER Haftung an der Haut, ODER tiefes Eindringen in den Muskelbereich.

Grad 4: MULTIFOKALE Erkrankung, mit oder ohne Ausbreitung. SOWOHL Haftung an der Haut, ALS AUCH tiefes Eindringen in den Muskelbereich.

 

 

Seite zuletzt überarbeitet: 13.02.2014


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