Handchirurgische Behandlung der Dupuytrenschen Kontraktur

Die Dupuytren'sche Kontraktur wird seit ihrer Beschreibung durch Dupuytren und auch heute noch fast ausschließlich chirurgisch behandelt. Ein chirurgischer Eingriff wird meist erst dann in Erwägung gezogen, wenn die Finger bereits stark gekrümmt sind, mindestens um 15 oder 20 Grad, und die Funktionsfähigkeit der Hand schon eingeschränkt ist. Um die gekrümmte Hand wieder gerade zu bekommen, sind unseres Wissens Handchirurgie und Nadelfasziotomie die einzigen erprobten Therapien (wobei die Injektion von Collagenase in Zukunft möglicherweise eine Alternative werden kann, siehe Collagenase). Die Strahlentherapie kann zwar auch im etwas fortgeschrittenen Stadium helfen, die Wahrscheinlichkeit für eine langfristige Heilung ist aber in einem früheren Stadium der Krankheit deutlich höher, und eine bereits gekrümmte Hand wird durch Strahlentherapie nicht mehr gerade.

Handchirurgie und Perkutane Nadelfasziotomie (PNF) erreichen i. a. beide das Ziel die gekrümmten Finger wieder - zumindest besser - strecken zu können, verfolgen aber zwei grundsätzlich verschiedene Ansätze: bei der Handchirurgie wird i. a. versucht die Wucherungen operativ möglichst vollständig zu entfernen und so ein Wiederauftreten der Krankheit zukünftig zu verhindern. Dies erfordert einen umgangreicheren Eingriff, der selbstverständlich einige Risiken birgt. Die Nadelfasziotomie (PNF, gelegentlich auch Fibrosenperforation genannt) versucht dagegen die Nebenwirkungen der Behandlung zu minimieren, bezeichnet sich deshalb auch oft als "minimal invasiv" und verzichtet dafür auf die Beseitigung der Fibrosen, die dadurch weiterhin wachsen können.

 

Positive Ergebnisse der Handchirurgie

Wenn die Operation gut verläuft und keine Komplikationen auftreten, können im allgemeinen die vorher gekrümmten Finger wieder gestreckt werden. Bei bereits länger andauernden, starken Krümmungen kann manchmal das Streckdefizit nicht vollständig beseitigt werden, aber in den meisten Fällen eine deutliche Verbesserung der Funktionalität. Das bedeutet eine neues Lebensgefühl - und nicht nur das - für Patienten, die vorher unter Umständen eine klauenförmige Hand hatten, die sie nur sehr eingeschränkt benutzen konnten. Für einen Großteil der operierten Patienten entstehen keine schwereren Nebenwirkungen und die Ergebnisse sind befriedigend. Trotzdem sollten Sie, bevor Sie sich einer Operation unterziehen, sich über mögliche Nebenwirkungen gut informieren. Bitte besprechen sie diese gründlich mit Ihrem Arzt und überlegen Sie sich, ob Sie die Risiken in Kauf nehmen wollen.

Die handchirurgische Behandlung ist die einzige Therapie, die für alle Stadien der Dupuytren'schen Kontraktur geeignet ist.

Weitere Seiten:

Mögliche Nebenwirkungen einer Handoperation

Unterschiedliche Operationstechniken

Einige Adressen von Kliniken

Literatur zur Handchirurgie der Dupuytren'schen Kontraktur

 

Seite zuletzt überarbeitet am 23.06.2009