| Passwort vergessen?
9 Benutzer onlineSie sind nicht angemeldet.  Anmelden
Neuling, Arbeit und Prozente
 1
 1
27.04.10 19:19
jense 
Neuling, Arbeit und Prozente

Hallo liebe Leidensgenossen,

ich gehöre wohl auch zu den Naiven, die sich auch sofort vom Hausarzt zur OP haben schicken lassen.
Und sich NICHT vorher informiert haben.


Aber besser der Reihe nach.
Ich bin 35 Jahre alt und hatte schon Ewigkeiten einen Knoten unterm linken Fuß, dass das Teil gewachsen ist hatte mich eher weniger gestört, selbst mit dem Druck bin ich klargekommen. Dann vor ca. 1 Jahr kamen dann doch die Schmerzen. Ich also zum Hausarzt und der nur "Dat is ne Ledderhose, die muss ein Spezialist rauschneiden." Also Überweisung zum Hand-/Fußchirurgen, Diagnose bestätigt, dann 3 Wochen später OP. Komisch kam mir dabei nur das Schnittmuster vor, es waren mehrere ca 7-10cm lange, parallel laufenden Schnitte im Abstand von 1mm. Sah ja nun doch anders aus, als das was der Arzt mir vorher am Handmodell gezeigt hat. Der meinte vorher am Fuß wäre es das gleiche wie an der Hand.
Aufklärung oder Hinweise auf alternative Behandlungsmethoden gleich null.
Naja eigentlich habe ich gutes Heilfleisch, aber da sich die Hälfte der Narbe enzündet hatte hat es dann doch noch über 4 Wochen gedauert, bis ich ohne Krücken wieder laufen konnte. Die NArbe ist auch super wieder zugeheilt. Anschließend war ich ca. 3 Monate beschwerdefrei, damit meine ich schmerzfrei.
Zu meinem erschrecken musste ich festellen, dass nun das Ganze Gewebe unter und um die Narbe rundherum wieder "mutierte", ich konnte und kann es fast wachsen fühlen. Seit numehr 6 Monaten habe ich aber mit massiven Schmerzen zu kämpfen die langsam aber stetig schlimmer werden. Ich stehe morgens mit Schmerzen auf und gehe auch mit Ihnen ins Bett.
Schmerzmittel lehne ich Grundsätzlich ab, da ich schon zig andere Operationen (nicht an den Füssen) hinter mir habe und es eigentlich immer, auch wenns Jahre gedauert hat, zu einem fast schmerzfreihen Zustand gekommen ist.

Zur Zeit warte ich auf einen MRT Termin, da mein behandelnder Orthopäde vorher nix anderes unternehmen will, mein Hausarzt übrigens auch nicht. Übrigens auch echt übel, das man als Kassenpatient mind. 3 Monate darauf warten muss, sofern man nicht gerade zufällig in nem KH liegt die so'n Teil haben. Aber das nur nebenbei.

Da ich zwischenzeitlich auf diese Webseite gestossen bin, habe ich es auch mal mit Orthopädischen Einlagen probiert, war aber nix, ausserdem müsste ich die Dinger ja eh alle 4-6Wochen neu ausfräsen lassen, da der Schmerz echt unerträglich ist.
Vorsichtige Massage hat auch nichts mehr gebracht und tut zudem auch noch echt Weh.

Aso, nicht das ihr denkt ich bin so ne "Zimperliese", glaubt mir ich habe echt Erfahrung mit OPs und auch mit Schmerzen!

Ehrlich gesagt macht mich das Ganze z.Zt. echt weich oder anders gesagt ich stehe echt teilweise vorm Nervenzusammenbruch wegen der Schmerzen im Fuß. Keine Ahnung wie es weiter gehen soll. Ich denke nur, dass ich einfach zu jung bin um wegen dieser Dauerschmerzen kaum laufen zu können.

Nun aber zum 2. Teil in meinem Betreff.

Ich habe es jetzt nach ca. 5 Jahren, nach mehreren Lungen-OPs mithilfe von Rehas, Intergrationsmaßnahmen und Umschulung wieder geschafft ins "normale" Arbeitsleben zurückzufinden. Seit ca. 1 1/2 Jahren stehe ich wieder fest in Lohn und Brot und meine Arbeit ist z.Zt. Alles für mich.
Dennoch merke ich, wie ich durch die physische und psychische Belastung immer mehr beeinträchtigt werde. Dazu kommt noch eine erhebliche Portion Angst meinen Job evtl. sogar irgenwann wegen diesem Mist zu verlieren, oder gar nie mehr richtig laufen zu können.

Meine Frage:
Hat jemand von euch auf ML Prozente bekommen? Und, wenn ja, wieviel?

Ich spekuliere dabei ein wenig auf den erweiterten Kündigungsschutz ab 50%. Ich hatte schon mal 40% wegen dem anderen Kram, die habe ich aber nicht nach 5 Jahren verlängert. Keine Ahnung ob das jetzt noch geht.


Übrigens, nach dem was ich hier bisher gelesen habe, schätze ich, dass ich bei diesen Schmerzen eh nicht um eine weitere OP drumherumkomme, sofern ich den Schmerz nicht irgendwie anders in den Griff bekomme.

Grüße
J.

29.04.10 19:38
wach 

Administrator

Re: Neuling, Arbeit und Prozente

Jense,

eine anerkannte Behinderung durch Ledderhose ist gut vorstellbar, auch wenn ich selbst keinen Fall kenne. Dupuytren oder Ledderhose als Berufskrankheit anerkannt zu bekommen ist schwierig, aber die Behinderung sollte für einen Arzt leicht nachvollziehbar sein.

Noch wichtiger ist für Dich die Schmerzen in den Griff zu bekommen. Das ist bei Ledderhose leider nicht so ganz einfach. Bei Manchen hilft gehen, tanzen usw., aber das ist bei jedem verschieden. Mein Rat wäre generell sich an einen guten Arzt zu wenden, der mit Ledderhose Erfahrung hat. Falls Du in Nord-/Mitteldeutschland wohnst, wäre Prof. Seegenschmiedt vielleciht geeignet. Er wird im Mai auf der Konferenz in Miami über Bestrahlung von Morbus Ledderhose berichten. Seine Adresse findest Du links unter "Strahlentherapie/Wo?" (seine Essener Adresse unter Röntgenstrahlung, die Hamburger unter Elektronen).

Manchmal hilft auch die Injektion von Kortison. Sollte man halt nciht zu oft machen und ist beim Einspritzen nicht angenehm. Mehr dazu links unter "Weitere Therapien/Steroid".

Es gibt auch Kliniken, die Erfahrung mit der Operation von Ledderhose haben. Ich selbst sehe das als letzten Ausweg, weil der Fuß immer wieder belastet wird und die OP viel Zeit braucht um zu verheilen und in dieser Zeit schon wieder was nachwachsen kann. Aber wem erzähle ich das ...

Wolfgang

jense:
...
Ehrlich gesagt macht mich das Ganze z.Zt. echt weich oder anders gesagt ich stehe echt teilweise vorm Nervenzusammenbruch wegen der Schmerzen im Fuß. Keine Ahnung wie es weiter gehen soll. Ich denke nur, dass ich einfach zu jung bin um wegen dieser Dauerschmerzen kaum laufen zu können.

Nun aber zum 2. Teil in meinem Betreff.

Ich habe es jetzt nach ca. 5 Jahren, nach mehreren Lungen-OPs mithilfe von Rehas, Intergrationsmaßnahmen und Umschulung wieder geschafft ins "normale" Arbeitsleben zurückzufinden. Seit ca. 1 1/2 Jahren stehe ich wieder fest in Lohn und Brot und meine Arbeit ist z.Zt. Alles für mich.
Dennoch merke ich, wie ich durch die physische und psychische Belastung immer mehr beeinträchtigt werde. Dazu kommt noch eine erhebliche Portion Angst meinen Job evtl. sogar irgenwann wegen diesem Mist zu verlieren, oder gar nie mehr richtig laufen zu können.

Meine Frage:
Hat jemand von euch auf ML Prozente bekommen? Und, wenn ja, wieviel?

Ich spekuliere dabei ein wenig auf den erweiterten Kündigungsschutz ab 50%. Ich hatte schon mal 40% wegen dem anderen Kram, die habe ich aber nicht nach 5 Jahren verlängert. Keine Ahnung ob das jetzt noch geht.


Übrigens, nach dem was ich hier bisher gelesen habe, schätze ich, dass ich bei diesen Schmerzen eh nicht um eine weitere OP drumherumkomme, sofern ich den Schmerz nicht irgendwie anders in den Griff bekomme.

Grüße
J.

29.04.10 20:25
jense 
Re: Neuling, Arbeit und Prozente

Hallo Wolfgang,

danke für deine Rückmeldung.

Die Empfehlung mit der Bestrahlung halte ich für sehr gut. Ich hoffe das sieht mein behandelnder Orthopäde genauso. Wie schon gesagt er wollte erst den MRT Termin abwarten, bevor wir entscheiden wie es weiter geht. Ich hatte das eigentlich schon für mich ausgeschlossen, da ich mich ja anscheindend nicht mehr im "Anfangsstadium" befinde. Aber wenn man damit vielleicht sogar die Schmerzen hinbekommt.

Ich komme aus Aachen und bis Essen sind es ja nur 150km. Leider ist es wirklich nicht einfach einen guten Arzt zu finden und zu diesen Messerwetzern bei den Handchirurgen wollte ich wirklich nicht mehr gehen. Zumindestens sieht mein Orthopäde es auch so wie du, eine OP ist für ihn auch das letzte Mittel.

Ich habe auch schon versucht durch eincremen die Narbe so weit wieder elastisch zu bekommen. Das sieht auch eingentlich wieder super aus. Aber die Narbe scheint anscheinend eine gleichmäßige Ausbreitung der "Wucherung" zu verhindern und verursacht deshalb diese Schmerzen.

Ein anderer Forumsteilnehmer hat das mal mit einem Messer verglichen, dass einem von unten in die Fußsole gestochen wird, dem kann mich nur anschliessen. Manchmal hilft auch kühlen ein wenig. Es lässt sich halt nur schlecht andauernd mit einem Kühlpack unterm Fuß rumlaufen.

Ich habe auch schon mal daran gedacht mich vielleicht für teuer Geld privat zu versichern. Ich bin da hin und hergerissen. Nur meine Erfahrung, auch aus der Vergangenheit zeigt, dass man als Kassenpatient echt benachteiligt ist und einem da evtl. die wirklich guten Ärzte verwährt bleiben. (Zumal man die auch erst mal finden musss). Nur wer weiss schon welche Behandlungstorturen mir da noch bevorstehen.

Leider gibt es keine Selbsthilfegruppe in meiner Nähe, sonst würde ich bestimmt daran teilnehmen.

Aus vielen Beiträgen hier höre ich sowieso heraus, dass man sich einfach damit abfinden und lernen muss damit zu Leben.

Ich glaube bei mir ist es auch echt viel Kopfsache. Ich will und kann z.Zt. nicht akzeptieren mit so einem Dauerschmerz den Rest meines Lebens zu verbringen.

Ich werde die Sache mit der Behinderung mal mit meinem Arzt besprechen und euch auf jeden Fall bescheid geben.


Falls jemand von euch zufällig auch einen erfahrenen Arzt in Aachen kennt, würde ich sehr über seine Anschrift freuen.

Grüße
J.

Zuletzt bearbeitet am 29.04.10 20:28

 1
 1
Dauerschmerzen   zwischenzeitlich   Nervenzusammenbruch   zurückzufinden   Mitteldeutschland   Orthopädischen   Behandlungstorturen   beeinträchtigt   Kündigungsschutz   Leidensgenossen   Selbsthilfegruppe   Strahlentherapie   Ledderhose   Röntgenstrahlung   Behandlungsmethoden   drumherumkomme   Berufskrankheit   Forumsteilnehmer   Schmerzen   Intergrationsmaßnahmen