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Therapie bereits sinnvoll?
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06.02.21 16:37
ChristianOpitz 
Therapie bereits sinnvoll?

Liebe Forumsmitglieder/innen!

Ich habe vermutlich einen M. Dupuytren an der rechten Hand. Ich bin selbst Arzt und denke, der klinische Befund ist eindeutig. Außerdem bin ich familiär belastet. Einen Knoten habe ich bereits vor einem Jahr bemerkt und damals zunächst für eine Schwiele gehalten. in den letzten 2-3 Monaten ist dieser größer geworden und es haben sich Stränge ausgebildet, so dass die Diagnose eigentlich klar wurde für mich. Die Finger kann ich ungespreizt noch vollständig strecken, der Ringfinger wird nur ganz leicht im Mittelglied durch Zug überstreckt. Beim Spreizen tritt ein Spannungsgefühl auf, welches das Strecken erschwert, ebenso beim Auflegen der Hand.
Mein Frage ist nun, ob ich in diesem Stadium bereits an eine Therapie denken sollte? Dazu möchte ich bemerken, dass ich Klavier und Gitarre spiele, was ich weiterhin auch tun möchte. Klavierspielen ist jetzt schon subjektiv eingeschränkt.
Aufgrund der zahlreichen qualifizierten Beiträge von Herrn PD Dr. Carls in diesem Forum habe ich einen Termin in Hannover zur Beratung vereinbart. Ich selbst wohne in Bielefeld. Handchirurgisch fällt mir wohnortnah zunächst die Praxis Dres. Senn und Krause ein, zu deren Behandlungsqualität ich selbst aber keine Aussage machen kann.
Für einen Rat wäre ich sehr dankbar.

Viele Grüße
Christian Opitz

P.S. Anbei ein Foto meiner rechten Hand

Datei-Anhänge
IMG_0893.JPG IMG_0893.JPG (28x)

Mime-Type: image/jpeg, 624 kB

06.02.21 16:55
wach 

Administrator

Re: Therapie bereits sinnvoll?

In Bielefeld haben Sie z.B. Dr. Lenze oder Dr. Linnenbaum https://www.dupuytren-online.de/nadelfas...e_adressen.html . Über Dr. Lenze haben sich hier im Forum schon etliche Patienten sehr positiv geäußert, auch bei den Erfahrungsberichten https://www.dupuytren-online.de/dupuytre...rfahrungen.html . Zu Dr. Linnenbaum habe ich noch keinen Kommentar gesehen. Dr. Carls in Hannover hat ebenfalls viel Erfahrung mit M. Dupuytren.

So wie Sie Ihre Symptome beschreiben, wäre vielleicht eine Strahlentherapie sinnvoll https://www.dupuytren-online.de/strahlentherapie.html . Adressen dazu finden Sie unter https://www.dupuytren-online.de/strahlen...e_adressen.html .

Das ist erst mal einiges zum Lesen, aber es rentiert sich!

Wolfgang Wach

06.02.21 17:42
ChristianOpitz 
Re: Therapie bereits sinnvoll?

Vielen Dank!

06.02.21 18:17
Fiona 
Re: Therapie bereits sinnvoll?

Lieber Herr Dr. Opitz,
wenn ein Knoten größer wird, aber die Finger noch nicht gekrümmt sind, ist eine Bestrahlung besonders wirksam. Mit etwas Glück können Sie sich dann weitere Therapien ersparen.
Dieses Glück wünscht Ihnen
Fiona

Hier habe ich meine guten Erfahrungen mit Bestrahlungen niedergeschrieben: https://www.dupuytren-online.de/Fiona_st...apie_update.htm

06.02.21 18:55
ChristianOpitz 
Re: Therapie bereits sinnvoll?

Vielen Dank für die Antwort und den Erfahrungsbericht aus erster Hand!
Stimmt, falls eine Bestrahlung in Betracht kommt, sollte ich wahrscheinlich nicht mehr allzu lange damit warten. Gibt es denn Unterschiede zwischen Elektronen- und Röntgenbestrahlung hinsichtlich der Ergebnisse und der Nebenwirkungen insbesondere in Bezug auf die Hautreaktion? Ich hätte hier in Bielefeld die Möglichkeit, eine Elektronenbestrahlung durchzuführen.

06.02.21 20:35
Fiona 
Re: Therapie bereits sinnvoll?

Elektronen und Röntgenstrahlen funktionieren beide gleich gut.
LG
Fiona

07.02.21 11:27
Carls 
Re: Therapie bereits sinnvoll?

Fiona:
Elektronen und Röntgenstrahlen funktionieren beide gleich gut.
LG
Fiona

Guten Morgen,

Jein!

Biologisch ist die Wirkung ähnlich, physikalisch würde ich Elektronenbestrahlung vorziehen, da über einen Zeilengenerator zielgerichteter (wie Röhrenfernseher). Bei Röntgenstrahlung kann man nur Bleiblöcke auflegen. Allerdings wird auch bei Elektronenstrahlung - wie Röntgenstahlung - eine sog. Sekundärstrahlung generiert, die gesundes Gewebe trifft. Aber wie ein Physiker sagen würde: "Zur Abschirmung von alpha-Strahlung genügt ein Blatt Papier (spielt hier aber keine Rolle), zur Abschirmung von beta-Strahlung (Elektronen), ein Buch, von gamma-Strahlung eine Bilbliothek." Das ist vereinfacht, gibt aber eine gute Vorstellung von der Durchdringungsfähigkeit von Strahlung.

Zu nächsten Punkt: Wer die Publikationen zur Bestrahlung von Fibromatosen der Hand gelesen hat, hat mitgenommen, dass die Bestrahlung (egal, ob Röntgen- oder Elektronenbestrahlung) die beste Wirksamkeit im Knotenstadium hat. Bestehen bereits Stränge, dann sinkt die WAHRSCHEINLICHKEIT einer guten Wirkung.

Ich bin kein großer Freund allein der Nadelfasziektomie. Es nur wie ein Seil zu durchschneiden.
Ich bevorzuge Miniinzisionen in der Handinnenfläche, da man durch kleine Schnitte unter Sicht Stranganteile entfernen und Knoten bereits mechanisch verkleinern kann. Das bedeutet "Tumormassenreduzierung"; nach abgeschlossener Wundheilung (etwa 12 Tage), könnte man dann mit besserem Erfolg bestrahlen. die Studienlage ist leider spärlich, aber ich kann aus meiner Erfahrung berichten.

Nun kommt die schwere Entscheidung.

MfG

J. Carls

07.02.21 13:52
ChristianOpitz 
Re: Therapie bereits sinnvoll?

Guten Tag Herr PD Dr. Carls,

Vielen Dank für Ihren Beitrag. In der Tat eine schwierige Entscheidung.
Ich stelle mich ja bei Ihnen in der Praxis vor, dann können wir das weitere Procedere besprechen.
Es haben sich bereits tastbare Stränge entwickelt, so dass die Evidenz für die alleinige Strahlentherapie wahrscheinlich schlechter ist. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist eine komplette Entfernung oder zumindest die Aussicht auf eine längere Rezidivfreiheit über Miniinzisionen nicht möglich und nur erfolgversprechend in Verbindung mit einer Strahlentherapie. Wie hoch ist denn die Wahrscheinlichkeit, dass das Wachstum sistiert, wenn man eine "watch and wait"-Strategie verfolgt, obwohl ich es bevorzugen würde, in diesem relativ frühen Stadium zu therapieren. Kann man Zahlen angeben, wie oft auch ein kontralateraler Befall auftritt?
Falls Sie nicht die Zeit finden zu antworten, können wir alles weitere auch dann persönlich besprechen.

Viele Grüße
Christian Opitz

07.02.21 15:38
argentum 

Re: Therapie bereits sinnvoll?

Guten Tag Herr Opitz,
ich melde mich, weil Sie ausdrücklich Behinderung beim Klavierspielen erwähnen:
Vor 3 Jahren hatte sich bei mir aufgrund MD der kleine Finger der rechten Hand zunehmend gekrümmt, so dass ich keine Oktave mehr greifen konnte. Vorher hatte ich zwei Bestrahlungsserien in einer Radiologie in Hamburg absolviert, die aber offensichtlich keine Wirkung hatten. Ich habe dann zwei Handchirurgen aufgesucht und entschloss mich dann zu einer Operation in Hamburg. Alles verlief soweit gut und Klavierspielen war dann wieder möglich.

Neu ist allerdings ist, dass ich verstärkt Arthrosebeschwerden in beiden Händen habe und spätestens einen Tag später Schmerzen auftreten, die das Klavierspielen erschweren bzw. zum Pausieren zwingen. Gegen Arthroseschmerzen wird zwar auch eine Strahlentherapie angeboten oder sogar empfohlen, aber da kenne ich mich nicht aus..

Mit dem Fixx-Glowe-HAndschuh nach der OP bin ich gar nicht zurechtgekommen und die Physiotherapie war für mich besser, habe die Übungen allerdings nicht konsequent befolgt.

07.02.21 17:39
wach 

Administrator

Re: Therapie bereits sinnvoll?

Was war denn das Problem mit dem Fixxglove? Eigentlich sollte die Hand darin entspannt ruhen und der Handschuh verhindern, dass sich die Hand in der Nacht krümmt. Vielleicht wurde der Handschuh nicht optimal angepasst?

Wolfgang

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