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Neue (österreichische) Kosten-/ Nutzenanalyse zu Xiapex vs. OP
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23.08.16 19:01
Carls 
Neue (österreichische) Kosten-/ Nutzenanalyse zu Xiapex vs. OP

In der aktuellen Ausgabe "Handchirurgie" ein Artikel zu Xiapex im Vergleich zu einer stat. MD-OP:

Handchir Mikrochir plast Chir 2016; 48(04): 233-238
DOI: 10.1055/s-0042-108803
Originalarbeit
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Kosteneffektivität der Behandlung von Patienten mit Dupuytren-Kontraktur mit mikrobieller Collagenase Clostridium histolyticum (Xiapex®) im Vergleich zur partiellen Fasziektomie in Österreich

Comparative Cost Effectiveness of Clostridium Histolyticum Collagenase (Xiapex®) and Partial Fasciectomy for the Treatment of Dupuytren’s Contracture in Austria

M. Neuwirth1, 2, A. Binter1, W. Pipam1, M. Rab1
1Abteilung für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie, Klinikum Klagenfurt am Wörthersee, Austria
2Klinische Abteilung für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie, Universitätsklinik für Chirurgie, Medizinische Universität Graz

Zuletzt bearbeitet am 23.08.16 19:01

23.08.16 19:06
Carls 
Re: Neue (österreichische) Kosten-/ Nutzenanalyse zu Xiapex vs. OP

Zusammenfassung dazu:

Einleitung: Die chirurgische Behandlung von Patienten mit Dupuytren-Kontraktur stellt angesichts der hohen Prävalenz der Erkrankung einen wesentlichen Kostenfaktor im Gesundheitssystem dar. Ziel dieser Studie war es erstmalig für den deutschsprachigen Raum, eine vergleichende Kosteneffektivitätsanalyse der partiellen Fasziektomie und der Behandlung mit Collagenase Clostridium histolyticum (CCH) (Anmerkung: = Xiapex) vorzunehmen.

Methode: In eine retrospektive, monozentrischen Studie wurden im Zeitraum 2012–2014 insgesamt 40 Patienten mit bislang unbehandelter Dupuytren-Kontraktur eines Fingers eingeschlossen, 20 Patienten wurden ambulant einmalig mit CCH behandelt (Gruppe 1), bei 20 Patienten wurde die partielle Fasziektomie unter stationären Bedingungen durchgeführt (Gruppe 2). Verglichen wurden die direkten präinterventionellen, die Behandlungs- und die postinterventionellen/postoperativen Kosten.

Ergebnisse: Die unmittelbaren postinterventionellen/postoperativen Behandlungsergebnisse waren vergleichbar: In Gruppe 1 (CCH) ergab sich eine durchschnittliche Kontrakturreduktion um 96,4%, in Gruppe 2 (partielle Fasziektomie) von 97,7%. Komplikationen waren in Gruppe 1 seltener als in Gruppe 2. Die durchschnittlichen Gesamtbehandlungskosten der Gruppe 1 betrugen 1458,60 € pro Patient, in der Gruppe 2 durchschnittlich 5315,20 € € pro Patient.

Schlussfolgerung: Die Kosteneffektivität der Behandlung mit CCH ist größer als jene bei partieller Fasziektomie. Ursachen sind der im Vergleich deutlich höhere personelle, zeitliche und materielle Aufwand der Operation bei vergleichbarer Effektivität und höherer Komplikationsrate nach Fasziektomie. Trotz der eingeschränkten Vergleichbarkeit decken sich die von uns erhobenen Daten mit den vorliegenden Erkenntnissen anderer internationaler Studien.

Anmerkung: Der Vergleich hinkt etwas, da die Kosten für die OP in Deutschland sehr viel niedriger liegen.
Bei der OP hier, amb. durchgeführt, kostet es die gesetzliche Krankenversicherung inkl. 12 x KG etwa 1200-1300 €.

Zuletzt bearbeitet am 23.08.16 19:10

24.08.16 08:37
wach 

Administrator

Re: Neue (österreichische) Kosten-/ Nutzenanalyse zu Xiapex vs. OP

Die Preise bei Xiapex werden i.a. so gemacht, dass die Kollagenase etwas günstiger ist als die OP. Deshalb ist das Ergebnis vom Preis her ziemlich trivial und deshalb wurde in Deutschland der Vertrieb lieber eingestellt als mit dem Preis runter zu gehen. Interessanter bei dieser Studie, aber auch nicht neu, sind die geringeren Nebenwirkungen.

Der Vergleich hinkt nicht nur wegen der unterschiedlichen Kostensituation in Deutschland. Drei wichtige Punkte wurden ganz ignoriert:
1. wie nachhaltig das Ergebnis ist. Hier liegt aber - wenn überhaupt - der Vorteil der OP. Ich hatte vor 15 Jahren eine OP und habe immer noch kein Rezidiv. Nach Xiapex war mein Finger schon nach 1,5 Jahren wieder so wie vorher.
2. Es gibt unterschiedlich aufwendige OP-Techniken, die auch unterschiedlich teuer sind.
3. die eigentlich mit Kollagenase vergleichbare Methode ist die PNF. Und die ist viel billiger als Kollagenase und hat noch weniger Nebenwirkungen. Die Nachhaltigkeit (Rezidivperiode) beider Behandlungen scheint in etwa gleich zu sein, anders als früher behauptet. Ein Langzeitvergleich unter gleichen Bedingungen steht aber noch aus.

Wolfgang

Zuletzt bearbeitet am 24.08.16 16:45

24.08.16 15:09
Carls 
Re: Neue (österreichische) Kosten-/ Nutzenanalyse zu Xiapex vs. OP

Ad 3.: Es gibt eine weitere Methoden neben PNF mit logischerweise längerer Rezidivfreiheit: Die Miniinzisionen mit Entfernung von Teilen des Stranges. So besteht zwischen den Strangenden eine Lücke, die verhindert, dass die Strangenden durch Narbengewebe rasch wieder verbunden werden und derselbe wieder am Finger zieht. Diese Methode ist mir unverständlicherweise einfach viel zu wenig verbreitet, obwohl logisch, wenig traumatisierend, mit langer Rezidivfreiheit und mit einem einfachen Handblock durchführbar.
Ansosnsten: D'ac­cord!

24.08.16 16:50
wach 

Administrator

Re: Neue (österreichische) Kosten-/ Nutzenanalyse zu Xiapex vs. OP

Die Methode einen kleinen Teil des Strangs wurde von Moermans vorgeschlagen und wird oft als segmentelle Aponeurektomie bezeichnet http://www.dupuytren-online.de/dupuytren..._techniken.html . Sie ist ein Versuch die Nebemwirkungen der OP zu minimieren und gleichzeitig eine ähnlich lange Rezidivperiode zu erreichen. Die Methode wird vor allem in Belgien praktiziert.

Wolfgang

Carls:
Ad 3.: Es gibt eine weitere Methoden neben PNF mit logischerweise längerer Rezidivfreiheit: Die Miniinzisionen mit Entfernung von Teilen des Stranges. So besteht zwischen den Strangenden eine Lücke, die verhindert, dass die Strangenden durch Narbengewebe rasch wieder verbunden werden und derselbe wieder am Finger zieht. Diese Methode ist mir unverständlicherweise einfach viel zu wenig verbreitet, obwohl logisch, wenig traumatisierend, mit langer Rezidivfreiheit und mit einem einfachen Handblock durchführbar.
Ansosnsten: D'ac­cord!

25.08.16 19:54
Carls 
Re: Neue (österreichische) Kosten-/ Nutzenanalyse zu Xiapex vs. OP

Aber auch dort:

http://www.dupuytrensche-kontraktur.de/d...p#strangschnitt

Die Methode hat sich der PNF als überlegen erwiesen.

28.08.16 08:20
Nephente 
Re: Neue (österreichische) Kosten-/ Nutzenanalyse zu Xiapex vs. OP

wach:
Die Methode einen kleinen Teil des Strangs wurde von Moermans vorgeschlagen und wird oft als segmentelle Aponeurektomie bezeichnet http://www.dupuytren-online.de/dupuytren..._techniken.html . Sie ist ein Versuch die Nebemwirkungen der OP zu minimieren und gleichzeitig eine ähnlich lange Rezidivperiode zu erreichen. Die Methode wird vor allem in Belgien praktiziert.

Wolfgang
Carls:
Ad 3.: Es gibt eine weitere Methoden neben PNF mit logischerweise längerer Rezidivfreiheit: Die Miniinzisionen mit Entfernung von Teilen des Stranges. So besteht zwischen den Strangenden eine Lücke, die verhindert, dass die Strangenden durch Narbengewebe rasch wieder verbunden werden und derselbe wieder am Finger zieht. Diese Methode ist mir unverständlicherweise einfach viel zu wenig verbreitet, obwohl logisch, wenig traumatisierend, mit langer Rezidivfreiheit und mit einem einfachen Handblock durchführbar.
Ansosnsten: D'ac­cord!


Bedeutet das nur ein kleiner Schnitt gemacht wird und ein kleiner Teil des Strangs herausgeschnitten wird??

28.08.16 09:03
Carls 
Re: Neue (österreichische) Kosten-/ Nutzenanalyse zu Xiapex vs. OP

Genau das ist die Absicht.

29.08.16 18:35
Nephente 
Re: Neue (österreichische) Kosten-/ Nutzenanalyse zu Xiapex vs. OP

versteh den Sinn dahinter nicht? Dass das traumatische Erlebniss für den Körper nicht so schlimm ist und er nicht wieder mit "ich schieb mal das düppi an" reagiert?
OP ist doch OP??
Und ist doch schon wumpe ob 10cm langer schnitt oder nur bisschen?

Klingt so nach "ein bisschen schwanger" ;)

30.08.16 09:22
wach 

Administrator

Re: Neue (österreichische) Kosten-/ Nutzenanalyse zu Xiapex vs. OP

Das stimmt so nicht ganz. Kleine Wunde = schnellere Heilung & geringeres Risiko. Ob die Hand "ausgeräumt" wird oder nur ein bißchen Strang entfernt wird, macht schon einen Unterschied, auch im Gefühl danach: was nach der OP nachwächst ist nicht das Originalgewebe, sondern Narbengewebe. Das fühlt sich anders an, starrer, unsensibler. Wenn nur wenig rausgeschnitten wird, bleibt der Rest der Hand intakt.

Warum wird überhaupt eine große OP gemacht? Weil man hofft, dass dann die Krankheit nicht wiederkommt, wenn man alles Gewebe entfernt. Das ist manchmal tatsächlich so, es gibt viele Patienten, die mit ihrer OP zufrieden sind. Aber prinzipiell ist die Krankheit wohl in den Genen und kann durch keine OP geheilt werden. Deshalb kommt sie doch öfter wieder und dann ist eine erneute OP schon schwieriger. Das ist von Patient zu Patient unterschiedlich. Leider gibt es bis heute keine Möglichkeit vorherzusagen, wer wie reagiert. In den USA beginnt zur Zeit die Suche nach einem Bioindikator, der eines Tages solche Vorhersagen - hoffentlich - ermöglicht.

Wolfgang

Nephente:
versteh den Sinn dahinter nicht? Dass das traumatische Erlebniss für den Körper nicht so schlimm ist und er nicht wieder mit "ich schieb mal das düppi an" reagiert?
OP ist doch OP??
Und ist doch schon wumpe ob 10cm langer schnitt oder nur bisschen?

Klingt so nach "ein bisschen schwanger" ;)

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